Schweiz, wie weiter? Entscheidungen sind gefragt.

veröffentlicht am Dienstag, 08.10.2013

Toggenburger Tagblatt

von Hansueli Hofer


Schweiz, wie weiter? Entscheidungen sind gefragt.

Der Bauernverband wird 2014 wahrscheinlich eine Initiative lancieren für den Satz in der Verfassung: „Der Bund stärkt die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln aus nachhaltiger inländischer Produktion; er trifft wirksame Massnahmen insbesondere gegen den Kulturlandverlust“.

Durch den fortschreitenden Kulturlandverlust geht der Selbstversorgungsgrad zurück, was eine grössere Abhängigkeit vom Ausland zur Folge hat, das ist aus vielen Gründen gefährlich. Es ist auch nicht gerade ökologisch, die Nahrungsmittel um die halbe Welt zu transportieren, sei es per Flugzeug, Bahn oder Lastwagen, auch das braucht Energie wovon alle reden. Die Mobilität braucht mehr als ein Drittel der gesamten Energie.

Auf der anderen Seite sind die, die die Häuser nicht „in den Himmel“ wachsen lassen wollen. Wie gerade kürzlich auf einem Flugblatt in Wattwil vermerkt; „ auf dem schon zu hohen Gebäude“.

Die grosse Zuwanderung aus dem Ausland trägt dazu bei, dass die Strassen zunehmend verstopft und die Bahnen überfüllt sind, die Mieten und die Bodenpreise steigen, weil die Nachfrage steigt.

All diese Fakten zwingen uns dazu, Entscheidungen zu treffen.

Wollen wir immer mehr Land verbauen? Wollen wir immer mehr vom Ausland abhängig werden? Wollen wir den grossen Zustrom aus dem Ausland weiter akzeptieren? Wenn ja, müssen wir uns danach richten und Veränderungen in Kauf nehmen. Wenn nicht, müssen wir Gegenmassnahmen treffen.

Da unser Land nicht ganz überbaut werden darf, müssen wir in Zukunft verdichtet und höher bauen. Wenn der Zustrom aus dem Ausland gleich weiter geht (in 13-14 Jahren eine Million Zuwanderer = zwei Städte wie Zürich) ist diese Massnahme unausweichlich. Dann stehen in den Städten und Dörfern in absehbarer Zeit nur noch Hochhäuser, darauf müssten wir uns einstellen. Oder wir können die Zuwanderung begrenzen, (nur noch qualifizierte Fachleute). Wir müssen Entscheidungen treffen, auch unpopuläre Entscheidungen und zwar sofort, nicht erst wenn das Chaos perfekt ist. Ich bin gespannt, welche Weiterentwicklung und die dazu gehörenden Entscheidungen das Schweizervolk will.